Über Somatic Experiencing (SE)®
Somatic Experiencing® wurde von Peter Levine entwickelt. Dabei bezieht er sich auf verschiedene Disziplinen: Neurowissenschaft, Polyvagaltheorie, verschiedene Therapieformen, indigenes Wissen, die Natur. SE® ist eine Arbeit mit dem Nervensystem, welche man auch als Traumatherapie bezeichnen kann.
Ein Nervensystem hat einen eigenen steten Rhythmus, zwischen Kontraktion und Expansion, ein bisschen wie der Atem etwa, oder Ebbe und Flut.
Passiert nun etwas, was die Kapazität dieses Systems übersteigt (ein Trauma), so kann dieser Rhythmus aus dem Gleichgewicht geraten. Geschehen über viele Jahre viele Dinge, die „zu viel“ sind, wird dieser Zustand oft chronisch. Das System findet nicht mehr von selbst in den Rhythmus zurück, und der Mensch kann sich nicht mehr ausreichend selbst regulieren.
Trauma ist hier nicht etwas, was nur wenigen passiert. Im Grunde gehe ich davon aus, dass das Leben in dieser Welt Verletzungen und Traumatisierungen mit sich bringt. Im kleinen, in Beziehungsverletzungen, Gewalt, Schicksalsschlägen, Verlust . Und im großen, in einer Welt voller Kapitalismus, Genozid und Ökozid, in einem System, das nicht dafür gemacht ist, gut zu den Menschen und zur Erde zu sein.
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Dauerhaft „an“ sein – Zustände dauerhafter Erschöpfung - Nicht entspannnen können – Schmerzen/Migräne – Depression/Angst – Panikattacken – Schlafstörungen – Innere Leere - Oft neben sich stehen – Sich unverbunden mit anderen fühlen - Nicht nein sagen können – Ständigen Druck verspüren – Zwänge – Das Gefühl von Kontrollverlust – Ständig alles zu viel – Von den eigenen Emotionen überschwemmt werden – Verzweiflung – Wutausbrüche - Reizüberflutung – Burnout – …........
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Das Gute: Wir können gemeinsam dein Nervensystem darin unterstützen, zu seinem ganz eigenen Rhythmus zurück zu finden. Im Grunde wartet es wahrscheinlich nur darauf. In den Stunden geht es darum, gemeinsam im Hier und Jetzt neue Erfahrungen zu machen.
Wir nähern uns deinem Nervensystem in seiner Sprache. Das kann über den Körper geschehen, geht aber auch genau so über Bilder, Farben, Bewegungen, Gefühle oder auch Gedanken. Im Körper gestaute Traumaenergie kann langsam wieder in Bewegung kommen und sich transformieren; zum Schutz gedachte, stecken gebliebene Impulse können vollendet werden, und nach und nach kommt auch die Lebendigkeit zurück.
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Langsam und bedacht.
Trauma heißt: Zu viel, zu schnell, zu plötzlich. Wir schauen immer, wie viel dein Nervensystem jetzt gerade verdauen kann, innerhalb deiner Kapazitäten. Deine Grenze gibt uns dabei Orientierung.
Gemeinsam.
Trauma heißt auch: Ich war in der Regel damit alleine. Ich bin an deiner Seite, und gemeinsam können wir uns behutsam dem nähern, was auftauchen möchte
In Sicherheit.
Über Orientierung und Präsenz stellen wir Sicherheit her, damit sich dein Nervensystem so wohl wie möglich fühlen kann
Mit Neugierde.
Lass uns zusammen neugierig sein, wohin der Weg deines Nervensystems weist
Mit dem, was da ist.
SE® heißt nicht, dass wir Symptome oder Gefühle wegmachen wollen. Wir schauen vielmehr, dass sie im System ihren Platz finden. Oftmals gehen sie dann von selbst.
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Sich besser spüren können - Mehr im Hier und Jetzt sein - Besser Nein sagen können – Eigene Bedürfnisse merken - Besser schlafen - Weniger Schmerzen – Mehr fühlen können – Mehr Zugang zur eigenen Kraft – Mehr im Fluss sein – Das Leben mehr in Farbe sehen – Besser im Kontakt sein können – Mehr Selbstmitgefühl – Mit dem sein können, wie es eben ist – …
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Bei all den Erzählungen von Selbstregulation, die wir auf Instagram und Co. quasi um die Ohren gehauen bekommen, könnte man fast meinen, es ginge darum, ständig tiefenenstpannt zu sein.
Das ist nicht das Ziel. Ein Nervensystem, das sich besser regulieren kann, bedeutet nicht ein entspannteres, sondern vielmehr ein flexibleres Nervensystem. Das heißt: Eines, das adäquat auf das reagiert, was im Hier und Jetzt passiert.
Ein Nervensystem, was viel traumatische Energie gespeichert hat, ist oft „an“ in Ruhe (zB nachts nicht schlafen können, und die Gedanken rasen) und „aus“ oder „eingefroren“, wenn etwas sehr stressig ist (zB nicht spüren können, wie stressig es sein kann, 60h die Woche zu arbeiten).
Adäquat wäre eher andersrum: Ein System, was in Ruhe sein kann, wenn keine Gefahr lauert. Wenn die Gefahr dann aber kommt, kann es die Energie mobilisieren, die es braucht, um sich wieder in Sicherheit zu bringen. Und in Sicherheit kann es wieder zur Ruhe kommen.
Die Idee ist also nicht:
Stress einfach wegzuatmen. Wenn etwas stressig ist, macht es total Sinn, gestresst zu sein. Oder: Unberührt zu sein, während um mich herum die Welt in Flammen steht. All die Wut, Trauer und Ohnmacht im Angesicht solcher Zustände ist total angebracht
Sondern vielmehr:
In Touch sein zu können mit dem, was gerade um mich herum passiert, mit den Menschen und der Welt. Berührbar zu sein. Und Wege zu finden (zum Beispiel gemeinsame), wie wir mit dem umgehen können, was zu viel ist.